Jump to 0 top | 1 navigation | 2 content | 3 extra information (sidebar) | 4 footer | 5 toolbar


Content

Die Macht: Foucault gegen Horkheimer

 

Horkheimer

Sogar die Maximalisten blieben nach der Revolution nicht davor bewahrt, dass die schmähliche Soziologie des Parteiwesens am Ende noch recht behielt. Ob Revolutionäre die Macht wie den Raub oder den Räuber ergreifen, zeigt sich erst im Verlauf. (Max Horkheimer: Autoritärer Staat, S. 297)

Die Frage, was “man” mit der Macht anfangen soll, wenn man sie einmal hat, dieselbe Frage, die für die Bürokraten der Massenpartei höchst sinnvoll war, verliert im Kampf gegen sie ihre Bedeutung. Die Frage setzt den Fortbestand dessen voraus, was verschwinden soll: die Verfügungsgewalt über fremde Arbeit. (Max Horkheimer: Autoritärer Staat, S. 314-315)




Foucault und die Ewigkeit und Unvermeidbarkeit der Macht

Frage: Sie sind sehr weit entfernt von Sartre, der sagte: “Die Macht ist das Böse”.
Foucault: Ja. Man hat mir diese Idee oft zugeschrieben, die sehr weit von dem entfernt ist, was ich denke. Die Macht ist nicht Böse. Macht heißt: strategische Spiele. Man weiß sehr wohl, dass die Macht nicht das Böse ist. (Michel Foucault: Analytik der Macht, S. 297)

  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • 0 Bewertungen

Was die Krise bringt

Neben großangelegten Bettelmärschen , bei denen im Namen einer "Wir" Konstruktion an den Souverän appeliert wird, es auch mal mit den verlierern des Kapitalismus gut zu meinen. Greifen andere lieber direkt völkische Ideen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert auf und Gründen einen eigenen Staat, namens "Fürstentum Germania".


(via lucky strike im adf)

http://www.spiegel.de/video/video-57389.html

http://www.rbb-online.de/klartext/archi ... litik.html


  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • 0 Bewertungen

Österreichische Reaktionen auf die israelischen Militärschlä...

http://derstandard.at/?id=1229975047069

Einige Kommentare unter dem Artikel.

DerGrumml
Wenn man nicht schreibt, Israel ist ur-super, kommts eh nicht durch die Zensur durch.


arthur12
Es wird wieder "zurückgeschossen" ...
"Wir" halten israelische Gewalt für völlig legitim.

Kritik an Israel wäre ja Antisemitismus.


Exil Alemanne zu Vindobonas Gnaden
ein angriff auf das getto gaza...
..ist so ziemlich das gleiche, wie das planieren der jüdischen gettos in polen.


seltsam, wie sich geschichte wiederholt?Huh ?


Noch Schlimmer wirds natürlich auf der Vorarlberger Internetseite vol.at

http://www.vol.at/news/politik/artikel/gazastreifen-vor-stunde-der-entscheidung/cn/apa-114644525

ivan
Ich fürchte...
...das wir in unserem Land noch lange kein Recht haben werden, unsere Meinung zu äußern was Israel betrifft.

Es sei denn wir knien vor Holocoaust-Denkmälern.

Das unsere Generationen mit dem Geschechen damals nichts zu tun hat, spielt keine Rolle.

Es ist ein wichtiges politisches Machtpotential..;o)


http://www.vol.at/news/politik/artikel/tote-und-verletzte-bei-israelischem-angriff-auf-gaza/cn/news-20081227-11165832

Pars1
Ja! Die ganze Welt schaut wieder nur zu! Die Israelis regieren die ganze Welt ! Die bombardieren überall wo sie wollen! Aber nicht mehr lange wenn so weiter geht!!!!!!!!!!!!


Zlatni_Ljiljan
scheiss verfickte drecksjuden!!!
zurück nach Auschwitz mit euch, ihr Abschaum!!!!!!!!!!!!!!

dass man meine kommentare löscht, sobald sie gegen israel gerichtet sind.
wenn jedoch der islam zum ziel von Spott und Beleidigungen wird, lässt man den kommentaren freien lauf!


Kommentar von: vehabija am 27.12.2008, 14:50 Uhr
Zionisten!

Zlatni Ljiljan mein Glaubensbruder,sorge dich nicht um die Machenschaften der Ungläubigen...bald werden sie alle Rechenschaft ablegen müssen für ihre Gräueltaten nur wissen sie es nicht.Es wird ewiger Friede herrschen eines Tages,auf Erden und im Paradies...ohne Juden und ungläubigen Verbrechern.Habe Geduld Bruder verrichte deine Gebete und vertraue auf Allah,das sind die stärksten Waffen die wir besitzen...lasse in Frieden diejenigen,dessen Herzen versiegelt sind und durch dessen Adern Gift fließt,ihr Schiksal ist bereits besiegelt.Das vielleicht schlimmste auf der welt (außer gegen Allah...Lügen zu verbreiten)ist die Unwissenheit,und davon habe diese Götzen und Menschenanbeter genug...aber wie gesagt alles zu seiner Zeit.Lasse Sie glauben was sie wollen,welche der 6 Bibeln die richtige ist wissen die ja selber nicht,so verloren sind sie und auf dem Irrweg.FÜR DIE KLUGESCHEISSER hier,die anscheinend nur Scheisse und Luft in der Birne haben:Für die Juden,sind alle Konfessionen und Glaubensrichtungen nur Ihre Sklaven,Schweine und Affen.In diesem Land darf man Scheissnegger sagen,Scheisstschüsch,Scheisstürke,Schei ssdies,Scheissdas...aber über den Juden darf sich keiner beschweren?Woher kommt das? Auch Millionen Muslime wurden auf bestialische Art und Weise umgebracht:Tschetschenien,Iraq,Afgahanis tan,Bosnien,Kosovo...Wir Moslems brauchen aber Euer falsches Mitleid nicht,wir kommen schon selber zu Recht,und es wird der tag kommen,Allah weiß es am besten,wo Ihr alle, ein für alle mal sehen werdet das die Gerechtigkeit immer siegt! Meine Tipps auf Youtube:Famous muslim converts,Famous muslim people,SHEIKH FEIZ-Zeichen der Stunde, KHALID YASIN-Strangers, Pierre Vogel, PRAVI MUSLIMAN,....Sucht die Wahrheit und Ihr werdet Sie findet.Möge Allah (arab.GOTT..der eine Gott)euch gnädig sein und euch rechtleiten...AMIN !



In der bürgerlichen Presse

http://diepresse.com/home/politik/nahost/440239/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

pour le merite
Kaum beginnen die Juden den nächsten Krieg
wird zensiert, daß es nur so eine Freude ist.

Irgendwie verständlich, wenn man sich auf die Seite der Kriegstreiber stellen will (muß?).

juru T
Israel kündigt Massenmord an der Zivilgesellschaft an.
Nur in dem Olmert und Livni durch die Welt touren und ihren geplanten Massenmord an der Bevölkerung in Gaza ankündigen, haben sie ihn mit Nichten legitimiert!!
Man darf nicht vergessen, die Menschen in Gaza haben die Hamas gewählt und sie stehen hinter ihnen. Außerdem sind alle anderen 10 Organisationen mit Ihnen verbündet. Israel kann ein Volk nicht einsperren und dann überrascht sein, dass es sich wehrt. Die Öffnung der Grenzen für Hilfslieferungen ist keine Wohltat Israels, sondern eine Selbstverständlichkeit!!
Die 12 Organisationen die Israel jetzt bekämpfen will, sind nichts weiter als Zivilisten die eine Kalaschnikow tragen und mit Silvester böllern um sich schießen. Sie stellen daher ein soziales Problem dar und kein Kriegsgrund. Wenn Israel den Beschuss beenden will, sollten sie für Gerechtigkeit im heiligen Land sorgen, statt mit Zuckerbrot und Peitsche zu regieren, denn die Menschen in Gaza werden sich weiterhin wehren.



Fritz
Waffen SS
"...müssen so richtig weh tun. den arabern. und mit so richtig meine ich so richtig, so dass der schmerz größer ist als der hass."

Gratuliere! Mit diesen Begründungen wurden seinerzeit die Säuberungen gegen die Partisanen in den besetzten Gebieten im Osten durch die Waffen SS begründet. 100.000 Zivilisten bezahlten den Preis!

Lidice und Marzabotto haben ihre Zerstörung und Ausrottung der Bevölkerung der gleichen unheilvollen Begründung zu verdanken: Der Schmerz muss größer werden, als alles andere, nur wenn´s richtig weh tut, hat´s einen Sinn! Also Zivilbevölkerung, macht Euch auf ein Strafgericht gefasst.
Es kann ja nicht sein, dass ihr dauernd Raketen abschießt, während Israel euch jahrzehntelang nur blockiert und 1,5 Million Menschen auf nur 350 km² festhält und von der restlichen Welt abschneidet.
Frohe Weihnacht!
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • 0 Bewertungen

Warum “Antirassisten” Jörg Haider nicht kritisieren können!

 

http://images.derstandard.at/2008/10/12/1220615699926.jpg

 

 

Gudrun Harrer Redakteurin der links-liberalen Zeitung “der Standard” ist ein gutes Beispiel für die Verkommenheit des Antirassismus des 21. Jahrhunderts. In Ihrem Artikel vom 13. Oktober 2008 beschrieb sie die Sympathien die Jörg Haider für die arabische Welt und umgekehrt, diese für ihn, hegten. Dies alles natürlich ohne auch nur einmal auf Antizionismus oder Antisemitismus zu sprechen zu kommen.
Laut Harrer waren die Gründe für Jörg Haiders Sympathie, sein Antiamerikanismus, seine Zuflucht zum politisch Inkorrekten, seine Fragwürde Interpretation der europäischen Vergangenheit, was auch immer das in diesem Zusammenhang wohl heißen mag und die Ablehnung die er durch Israel erfahren habe. Auf der anderen Seite soll er in der arabischen Welt deshalb so positiv aufgenommen worden sein, weil er von Israel abgelehnt wurde und viele Araber glaubten sein Name sei “Haidar” was ein Begriff für “Löwe” und zusätzlich noch der Beiname des 4. Kalifen Ali Ibn Abi Talib war. Ganz schön dumm diese Araber, zumindest in der Darstellung der Antirassistin Harrer.
Und dies alles schreibt sie, obwohl sie das Buch von Jörg Haider “Zu Gast bei Saddam. Im Reich des Bösen” kennen sollte. (auf diese wird in ihrem Artikel auch kurz eingegangen)
Klare Aussagen müssen darin auch gar nicht lange gesucht werden:

"In ihrem [der Irakis] Verständnis war bereits das alte Babylon Widersacher und Feind der Juden, die heute, verkörpert durch Israel, den Irak als Inbegriff des Arabertums vernichten wollten." (S. 56)

Ja undenkbar das Jörg Haider wegen solche Aussagen Sympathien mit dem irakischen Regime hatte.
In einem Gespräch mit Tarik Aziz soll dieser zu Haider gesagt haben:

„Dabei machte er klar, daß er das Problem in den USA nicht allein auf seiten der Republikaner sah. Denn auch die Demokraten, die sehr stark von jüdischen Kreisen beeinflusst seien, unterstützen in der Irak-Frage voll und ganz den Kurs von Bush junior."

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes befand daher auch sehr passend:

„Der kritischen LeserInnenschaft erschließt sich darüber hinaus, worin die weltanschauliche Grundlage von Haiders Sympathiebekundungen gegenüber dem arabischen Nationalismus und dessen tragenden Eliten besteht, nämlich in einem radikalen "Antizionismus", der sich gegen den Staat der Juden und Jüdinnen richtet.“


Aber neben dem Antisemitismus will Harrer auch nicht über den Rassismus reden, kritisiert wird in ihrem Artikel nicht die Ausländerhetzte von Haider oder sein Ausländervolksbegehren das in weiterer Folge zu einer Verschärfung der Asylgesetzte in Österreich führte. Noch nicht einmal die Außerlandesschaffung von Asylwerbern unter Haiders Regie wird kritisiert,  genau wie auch  die jüngst eingerichteten Sonderanstalten für Asylwerber unerwähnt bleiben. Kritisiert wird lediglich, dass in Kärnten keine Moscheen gebaut wurden. Ja hätte Jörg Haider doch nur Moscheen gebaut, auch der antirassistische Teil der österreichischen Bevölkerung hätte Jörg Haider endlich lieb haben können.

  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • 0 Bewertungen

Autorität und Familie

Die grundsätzlich anti-autoritäre Haltung des Anarchisten ist dagegen eine Übertreibung des bürgerlichen Selbstbewußtseins von der eigenen Freiheit, die jetzt und überall zu verwirklichen sei, wenn man nur wolle: eine Konsequenz der idealistischen Ansicht, daß die materiellen Bedingungen keine Rolle spielen. (Max Horkheimer, Autorität und Familie)
http://www.ifs.uni-frankfurt.de/image/horkheimer.jpg
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • 0 Bewertungen

Schreibt doch einfach über Fußball!

In letzter Zeit lese ich des Öfteren das österreichische Fußballmagazin ballesterer fm und die meisten der Artikel sind meist sehr sachlich und auch lesenswert. Eklig und unlesbar wird das Magazin aber immer dann, wenn es nicht vordergründig um Fußball geht, wenn also die Autoren ihr Linkssein das über eine moralische Haltung wohl nicht hinaus kommt, in ihre Artikel einbauen müssen.

Klarerweise ist man daher gegen Red Bull Salzburg, die sind voll reich, (30-40 Millionen Jahresbudget, ja ich weiß ein Aufsteiger in die Premier League bekommt mehr Fernsehgelder, aber egal) die machen die österreichische Fußballtradition kaputt, (wer wie der österreichische Fußball seine besten Zeiten schon gehabt hat, muss wohl in der Vergangenheit leben) sind eigentlich nur ein Marketingprodukt um noch mehr Red Bull zu verkaufen und außerdem Spielen da viel zu viele Ausländer, die den heimischen „Talenten“ die Zukunft verbauen. (manchmal nur einer in der Startaufstellung) Wobei letzteres als Linker, der weiß was sich gehört, nur hinter vorgehaltener Hand gesagt wird.

Im Gegenzug dazu wird über Rapid Wien, der Inbegriff der österreichischen Fußballtradition, mehr als wohlwollend berichtet. Ja genau das Rapid Wien, das am 22. Juni 1941 die deutsche Meisterschaft gegen Schalke 04, also am Tag des Überfalls auf die Sowjetunion, mit 4:3 gewann. Die Geldgeber von Rapid lassen zwar nicht so viel springen wie Red Bull, können sich aber auch sehen lassen und mit der omv hat man doch einen sehr passende Partner gefunden. Aber das nur nebenbei.

In der aktuellen Ausgabe wird dann in der Rubrik „Das ballesterer fm-Barometer*“ ziemlich argumentfrei auf den FC Bayern hingehauen. Die aktiven Spieler und Bindenträger seien faschistoid. Ja und warum den nun genau? Die Antwort darauf bleibt der Schreiberling aber schuldig. (zum Ressentiment gegen FC Bayern gibt’s ja schon was)

Das Stefan Kraft, der für die Rubrik in der aktuellen Ausgabe verantwortlich war, aber wirklich keine Ahnung hat beweißt er, als er die Aussagen von Christian Abbiati (AC Milan) kommentierte. Dieser hatte sich ja ziemlich offensiv zum Faschismus bekannt und folgendes gesagt:

„Ich schäme mich nicht, meine politische Überzeugung zu zeigen. Ich teile mit dem Faschismus Ideale wie das Vaterland und die Werte der katholischen Religion. Vom Faschismus verwerfe ich die Rassengesetze, die Allianz mit Hitler und den Einzug in den Krieg.“ Stefan Kraft kann darauf nur erwidern, dass dann wohl nicht mehr viel vom Faschismus übrig bliebe.

Doch Abbiati beruft sich auf den italienischen Faschismus der bis in die 30er Jahre existierte, noch keine Rassengesetzte erlassen hatte, dass Bündnis mit der NSDAP noch scheute und auch noch keinen Krieg führte. Die ersten Jahre des Faschismus waren vor allem dadurch geprägt die Arbeiterbewegung zu zerschlagen und die angehörigen der Arbeiterklasse durch das System des Korporatismus in den faschistischen Staat zu integrieren. Das aber genau diese Phase in Österreich nicht kritisiert werden kann, weil der Korporatismus (in Österreich wird es Sozialpartnerschaft genannt) immer als etwas Linkes und Verteidigenswertes wahrgenommen wurde, offenbart sich eben in Kraft´s Kommentar zu Abbiati´s Aussagen.

  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • 0 Bewertungen

Klassenkampf und seine Perspektive

Klassen- und Revolutionstheorien sind wieder En-Vouge, zwar zieht es der Großteil der Linken auch heute noch vor, sich ohne viel Theoriearbeit die jährliche Niederlage bei einem Wirtschaftsgipfel abzuholen, doch entstanden gerade die letzten Jahre wieder einige Gruppen die im Klassenkampf oder Klassenkonflikt ein Hebel zur Überwindung des Kapitalismus sehen.

Auch in der traditionellen marxistischen Debatte wurde der Klassenkonflikt der zwischen Kapitalisten- und Arbeiterklasse herrscht, als die  historische Veränderungen herbeiführende Kraft dargestellt. (vgl. Moishe Postone 2003, S. 476) [1]

Neben diesen traditionellen marxistischen Gruppen und Parteien aus Vergangenheit und Gegenwart, entdecken in letzter  Zeit, wie schon erwähnt, auch theoretisch versierte Zusammenhänge die Arbeiterklasse wieder als revolutionäres Subjekt für sich. Wie die selbst für die bürgerliche Ökonomie wahrnehmbaren zyklisch wiederkehrenden Krisen, entstehen fast in selben Rhythmus Arbeiterkommunistische Organisationen die sich selbst als große Innovation kommunistischer Kritik abfeiern, aber gleich der Krise nichts am Fortbestand des Kapitalismus ändern können. Da dies aber ein zu bedauernder Umstand ist und eine revolutionäre Arbeiterklasse die wirklich mit dem Kapitalismus Schluss machen könnte zu begrüßen wäre, muss auf die Fehler dieser KlassentheoretikerInnen eingegangen werden.

Diese Fehler die im Text ausführlich dargestellt werden sind nun folgende: Erstens, eine revolutionäre Arbeiterklasse oder ein über den Kapitalismus hinausweisender Klassenkampf kann nicht aus dem Kapitalismus oder seinen Widersprüchen abgeleitet werden. Zweitens, gab es zwar Phasen in der Geschichte in denen das Proletariat revolutionär war, dies hatte aber historische und keine strukturellen aus der Klasse ableitbaren Gründe. Drittens, ist die Integration der deutschen Arbeiterklasse in die Volksgemeinschaft die sich spätestens am 1. Mai 1933 vor aller Augen vollzog, nicht Spurlos an dieser Arbeiterklasse vorüber gezogen. Und abschließend Viertens, hat der Kommunismus die (selbst)Aufhebung der Arbeiterklasse zur Vorraussetzung ist es kontraproduktiv die Agitation auf die Weckung von Klassenbewusstsein abzustellen, wo doch ein Bewusstsein gegen die Klasse benötigt würde.

Die sehr richtige Einsicht der KlassentheoretikerInnen aber, dass der Kapitalismus eine Klassengesellschaft ist die Überwunden gehört, steht hier klarerweise nicht zur Diskussion.

 

 

1. Klassenkampf und seine Ableitung aus der Kritik der politischen Ökonomie

 

Postone führt für seine Kritik der marxistischen Klassenkampftheorie an, an welcher Stelle Marx den Begriff des Klassenkonflikts im “Kapital” einführt. Also beim Konflikt um die Länge des Arbeitstages, bei dem sich zwei formal rechtlich gleiche Opponenten gegenüber stehen. Der Verkäufer der Ware Arbeitskraft, ist natürlich daran interessiert, seine Arbeitstag so kurz wie möglich zu halten, wohingegen der Käufer der Ware Arbeitskraft, den Arbeitstag am liebsten bis zu den physischen Grenzen des Arbeiters Verlängern würde. Dieser Konflikt ist jetzt aber keine Störung eines an sich harmonischen kapitalistischen Systems, denn im Konflikt zwischen zwei rechtlich gleichen Parteien entscheidet die Gewalt. Dieser Konflikt weist jetzt aber nicht über den Kapitalismus hinaus, ganz im Gegenteil ergibt er sich  schon aus der die Gesellschaft totalisierend und totalisierte Warenform. Um nun wirklich Kontrolle über ihre Ware Arbeitskraft auszuüben ist ein kollektives Handeln in Form von Streiks oder ähnlichem nötig, mit dem dann, wie im “Kapital” beschrieben wurde, eine gesetzliche Beschränkung des Arbeitstages erkämpft werden kann. Diese Begrenzung des Arbeitstages hat dann aber wieder einen modernisierenden Effekt auf den Kapitalismus, und der Übergang von der Produktion des absoluten zum relativen Mehrwert, kann zum Teil aus dieser Entwicklung erklärt werden. Natürlich beschränken sich diese Klassenkonflikte nicht nur auf das Gebiet der Länge des Arbeitstages, sondern auch auf andere Bereiche wie z.B. Intensität des Arbeitsprozess, Arbeitsbedingungen oder soziale Rechte von Arbeitern. (vgl. Moishe Postone 2003, S. 477-480) So weit Postone, doch kann auch der nun folgende Blick direkt ins marxsche Kapital nicht schaden.

Nachdem Marx im Fetischkapitel seines Kapital´s herausstellt, warum sich der Zwang der stummen Verhältnisse klassenübergreifend als allgemeiner Verblendungszusammenhang darstellt, ist es nicht verwunderlich, dass der Arbeiter, den Marx im 8. Kapitel über den Arbeitstag dem Kapitalisten beim Streit über die Länge des Arbeitstages gegenüberstellt, mit Argumenten aufwartet die keineswegs über den Kapitalismus hinausweisen, ganz im Gegenteil ihren Anteil am Fortbestand desselben haben. Du und ich kennen auf dem Marktplatz nur ein Gesetz, das des Warentausches. (Marx 2007, S. 248) Lässt Marx den Arbeiter von sich geben, auch des Recht auf den Konsum der Ware Arbeitskraft liege aufgrund des Kaufes dieser Ware auf Seiten der Kapitalisten, aber, so schränkt der Arbeiter ein, durch den täglichen Verkauf müsse er die Arbeitskraft auch täglich reproduzieren um sie dann auch wieder verkaufen zu können.

Dir gehört daher der Gebrauch meiner täglichen Arbeitskraft. Aber vermittelst ihres täglichen Verkaufspreises muss ich sie täglich reproduzieren und daher von neuem verkaufen können. Abgesehen von dem natürlichen Verschleiß durch Alter usw., muss ich fähig sein, morgen mit demselben Normalzustand von Kraft, Gesundheit und Frische zu arbeiten, wie heute. () Ich will wie ein vernünftiger, sparsamer Wirt mein einziges Vermögen, die Arbeitskraft, haushalten und mich jeder tollen Verschwendung derselben enthalten. (Karl Marx 2007, S. 248)

Der Arbeiter argumentiert mit dem Gesetz des Warentausches gegen den Kapitalisten. Du zahlst mir eintägige Arbeitskraft, wo du dreitägige verbrauchst. (Karl Marx 2007, S. 248)

Dies sei gegen die Vereinbarung und der Arbeiter fordert mit Recht den Normalarbeitstag ein. Daher kommt Postone zum Schluss, dass der Klassenkonflikt durch “die gesellschaftlichen Formen der Waren und des Kapitals strukturiert und in sie eingebettet.” sind. (Moishe Postone 2003, S. 474)

 

Marx beschreibt hier kritisch den Verkauf der Ware Arbeitskraft und den Widerstreit um die Länge des Arbeitstages im Kapitalismus. Polemisch könnte man auch behaupten, hier werde in weiser Voraussicht schon kritisch das Vorgehen von Gewerkschaften und sozialdemokratischen Parteien (zu denen auch die kommunistischen Parteien zu zählen wären) im 19. Und 20. Jahrhundert dargestellt. Keinesfalls aber kann aus diesem Klassenkonflikt eine Systemüberwindende Perspektive abgeleitet werden, den der Konflikt um die Länge des Arbeitstages ist einem dem Kapitalismus innewohnenden Widerspruch geschuldet, bei dem sich sowohl Arbeiter als auch Kapitalist auf die Gesetzte des Warentausches berufen können. Diesen Konflikt tragen sie daher auch klarerweise im Rahmen des Warentausches aus.

 

Sven Ellmers kommt in seinem 2007 erschienen Buch Die formanalytische Klassentheorie von Karl Marx zu Folgendem Ergebnis: Das achte Kapitel des Kapital intendiert nicht die Ableitung eines über den Kapitalismus hinausweisenden revolutionären Klassenkampfs, sondern thematisiert stattdessen mit dem kapitalismusimmanenten Kampf um die gesetzliche Fixierung der Arbeitszeit eine die begriffliche Entwicklung vorantreibende Verwertungsschranke  des Kapitals: (Sven Ellmers 2007, S. 60)

 

 

2. Die Probleme des Gemeinsamen Klassenkampfes und allgemeines zum Begriff der Klasse

 

Der gemeinsame Klassenkampf ist wie oben schon gesehen also kein über Kapitalismus hinausweisender Konflikt. Doch das Klassenbewusstsein ist notwendig um überhaupt Lohn- und Arbeitskämpfe führen zu können. Doch schon auf dieser nicht revolutionären Stufe gibt es Probleme auf die nun eingegangen werden soll.

Adorno entwickelt in seinem Aufsatz Reflexion zur Klassentheorie den Begriff der Klasse, für ihn zerfällt der klassische Klassenbegriff aber in einen Teil der an der klassischen Bestimmung festhält und in einen anderen Teil in dem dargestellt wird, wie sich die Bestimmung verändert hat.

Festgehalten: weil sein Grund, die Teilung der Gesellschaft in Ausbeuter und Ausgebeutete, nicht bloß ungemindert fortbesteht, sondern an Zwang und Festigkeit zunimmt.

Verändert: weil die Unterdrückten, heute nach der Voraussage der Theorie die übergroße Mehrheit der Menschen, sich nicht als Klasse erfahren können. (Adorno 1975, S. 11)

 

Der Kapitalismus wird von Adorno ganz richtig als Klassengesellschaft erkannt, denn dies ist der Kapitalismus eben auch dann, wenn bei den Angehörigen der jeweiligen Klasse kein Klassenbewusstsein vorherrscht, sie also gar nicht erst wissen, dass sie Teil einer Klasse sind.

Warum nun aus der Teilung der Gesellschaft in Ausbeuter und Ausgebeutete kein gemeinsames Bewusstsein als Klasse entsteht, beantwortet Adorno anfangs lapidar damit, dass Konformität ihnen rationaler sei. Er bemerkte dazu, dass das Proletariat nun mehr zu verlieren habe als bloß seine Ketten , denn trotz der Rede von der relativen Verelendung, womit noch die letzten Reste der Verelenddungstheorie gerettet werden sollten, habe sich der Lebensstandart der Arbeitskraft Verkäuferinnen im Vergleich zu den Zeiten des “kommunistischen Manifests” augenscheinlich verbessert. (vgl. Theodor W. Adorno 1975, S. 17) Adorno begnügt sich aber nicht mit dieser Erklärung und versucht  das widersprechende Moment des Klassenbegriffs aufzusuchen. (Adorno 1975, S. 11)

 

Dieser widersprechende Moment des Klassenbegriffs, werde mit dem Blick auf die bürgerliche Klasse offensichtlich. Was sie zusammenhält gegen die Arbeiterinnenklasse sei der Schutz des Prinzips des Eigentums. Die Interessensgleichheit reduziert sich auf die Partizipation an der Beute der Großen, die gewährt wird, wenn alle Eigentümer den Großen das Prinzip souveränen Eigentums zugestehen, das jenen ihre Macht und deren erweiterte Reproduktion garantiert.

Dies ist nun der Doppelcharakter der Klasse, denn die formale Gleichheit der Klasse hat neben der Funktion der gemeinsamen Unterdrückung der ArbeiterInnenklasse, auch noch die, die Kontrolle der eigenen Klasse durch die Stärksten zu gewährleisten. Daher gilt so real die Klasse ist, so sehr ist sie selber schon Ideologie. (vgl. Adorno 1975, S. 12-13)

Natürlich gibt es eine ähnliche Konkurrenzsituation auch unter den Angehörigen der Arbeiterklasse. (die Konkurrenz um den Arbeitsplatz) Ist die gemeinsame Organisation der Arbeiterklasse notwendig um überhaupt Systemimmanente Lohnkämpfe führen zu können, wird selbst dies durch etliche Bruchlinien hintertrieben. (Nation, Geschlecht, Sprache)

Dieser Doppelcharakter der Klasse kann nun aber keine Erosion des Klassenbewusstseins erklären, sondern höchstens allgemeine Probleme des Klassenbewusstseins und des gemeinsamen Kampfes. Dies ist aber zu wenig, wenn der Arbeiterinnenklasse zugestanden wird, zumindest ihrem Selbstverständnis nach, in der Vergangenheit eine revolutionäre Klasse gewesen zu sein.

 

 

3. Es war nämlich keine Krise der Klasse, sondern eine Krise ihres Bewusstseins. (Eric Hobsbawm 1994, S. 384)

 

Noch im 19. Jahrhundert sah sich eine ganz und gar nicht homogene Gruppe von Arbeitskraft VerkäuferInnen als einheitliche Arbeiterklasse. Dies hatte laut Hobsbawm mehrere Gründe, zum einen gehörten sie in großer Mehrheit der armen Unterschicht an, zum anderen gab es noch eine klare Klassentrennung die durch verschiedene Lebens- und sogar Kleidungsstile mit freiem Auge ersichtlich waren. Universitäre Ausbildung für angehörige der Arbeiterklasse war damals überdies undenkbar.  Auch die Einsicht, dass  Arbeitskämpfe nur als organisierte Arbeiterinnenklasse zu gewinnen waren, stärkte das Bewusstsein der Klassenzugehörigkeit, die, dass sei hier am Rande erwähnt, sich in den USA deshalb nicht in der selben Qualität entwickelte, weil den ArbeiterInnen anders als in Europa ein individueller Fluchtweg aus der Klasse offen stand. Ein weiterer wichtiger Punkt war wohl die sich entwickelnde Arbeiterklasse Subkultur, mit ihren eigenen Bildungsvereinen und Freizeitmöglichkeiten. (vgl. Eric Hobsbawm 1994, S. 384-386)

 

Den Fehler den nun sowohl die traditionellen Marxisten und MarxistInnen als auch die neuen Arbeiterkommunisten begehen, ist der zu glauben, der revolutionäre Charakter der ArbeiterInneklasse des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts sei der Stellung der Arbeitskraftverkäufer im Produktionsprozess geschuldet und nicht wie es sich bei nüchternem Blick darstellt, einer geschichtlichen Zufälligkeit und Desintegration der Arbeiterklasse in die kapitalistische Gesellschaft. Das ist aber auch der Grund warum es natürlich unrichtig wäre zu behaupteten, es habe nie eine revolutionäre Arbeiterklasse gegeben. Auch wenn sie dies leider meistens nicht in ihrer Praxis war, war sie zumindest in ihrem Selbstverständnis ein den Kapitalismus überwindender gesellschaftlicher Akteur.

 

4. Das Aufgehen der Arbeiterklasse in der deutschen Volksgemeinschaft

 

Doch übersieht Hobsbawm in weiterer Folge die Entwicklungen die durch das aufkommen von nationalsozialistischen und faschistischen Bewegungen angestoßen wurden.

Denn die Faschismusanalyse der Komitern hatte in einem Punkt recht, der Faschismus richtete sich gegen die ArbeiterInnenklasse, aber in dergestalt, dass deren angehörige in Italien durch korporatistische Zusammenarbeit von Staat, Kapital und Arbeit in den faschistischen Staat integriert wurden.  In Deutschland spätestens am 1. Mai 1933 bereitwillig in der Volksgemeinschaft aufgingen. Diese idealistische und gleichfalls negative Aufhebung der Klassengesellschaft auf der Grundlage des Kapitals, kann dann auch nicht so einfach am Begriff der Klasse vorbei gehen. Zwar existierten auch im faschistischen Italien wie auch im nationalsozialistischen Deutschland die Klassen objektiv fort. Doch für die vom Arbeiter zum Deutschen konvertierten Mitglieder der Volksgemeinschaft hatte die Klasse keine ihre Handlungen strukturierende Bedeutung mehr. Auch nach dem Sieg der Alliierten über Deutschland änderte sich daran wenig, was korporatistische Wirtschaftsmodelle und die geringe Anzahl von Streiks (hier vor allem Österreich) in den post-nationalsozialistischen Staaten beweisen.

Habsbawm dagegen setzt den Niedergang des Klassenbewusstseins auf das Ende des zweiten Weltkriegs fest, was aber  nur für jene Staaten zutrifft, in der die faschistische Option der Krisenbewältigung nicht gezogen wurde. Für das Ende dieser Entwicklung sind für ihn die Auswirkungen des “Goldenen Zeitalters”, also Massenkonsum und Vollbeschäftigung verantwortlich. (vgl. Eric Hobsbawm 1994, S. 386)

 

 

5. Ende des Goldenen Zeitalters, Anfang einer revolutionären Phase?

 

Nun aber zu glauben mit dem Ende des “Goldenen Zeitalters” komme auch das Klassenbewusstsein wieder und mit ihm in der Diktion der KlassentheoretikerInnen auch ein revolutionäres Bewusstseins ist in mehrer Hinsicht zu kritisieren. Hört sich derartiges doch sehr nach der vor der Realität blamierten Verelendungstheorie an. Doch auch die Identität von Klassenbewusstsein und revolutionärem Bewusstsein ist mit dem Verweis auf das bereits gesagte zu verneinen.

Ohne Klassenbewusstsein sind nicht einmal einfach Lohnkämpfe möglich und die geringe Streikquote in Österreich lässt leicht erahnen das es mit dem Klassenbewusstsein nicht sehr weit bestellt ist.

Klassenbewusstsein führt zu gemeinsam organisierten Kämpfen die aber im Rahmen des Kapitalismus ausgetragen werden. Gemeinsame Erfahrung und Siege in Lohnkämpfen steigert daher auch eher das konforme Klassenbewusstsein. Gewonnene Lohnkämpfe können nämlich den glauben bestärken ein doch ganz gutes Leben im Kapitalismus zu erreichen.

Revolutionäre kämpfe können eben  nur solche gegen die Klasse sein.



[1] Postone hält dieser Position entgegen, dass der Klassenkonflikt zwar eine treibende Kraft der historischen Veränderung ist, aber eben nicht wie es im traditionellen Marxismus diskutiert wurde, also im Sinne einer Überwindung des Kapitalismus, sondern im Gegenteil als ein Entwicklungsmotor des Kapitalismus selbst. (vgl. Moishe Postone 2003, S. 481)

 

  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • Noch keine Bewertung.
  • 0 Bewertungen
Seiten: 1 (1 - 7 / 7)